Kurz & klar
Holzarten unterscheidest du nach Gruppe (Nadel- oder Laubholz), Dichte und Härte: Fichte und Pappel sind leicht und weich, Buche, Esche und Birke dicht und hart, Eiche, Lärche und Douglasie liegen dazwischen. Für das Fräsen zählt zusätzlich, ob das Holz harzt, ausreißt oder zum Verbrennen neigt, etwa Ahorn.
Wer im Baumarkt vor dem Brettstapel steht, sieht oft nur Preisschilder und Maße. Welche Holzart sich dahinter verbirgt, entscheidet aber darüber, wie sich ein Brett sägen, hobeln, fräsen und später im Möbel verhält. Dieser Artikel stellt fünfzehn Hölzer nebeneinander, die in deutschen Werkstätten häufig vorkommen. Du findest belegte Kennwerte, eine Einordnung des Fräsverhaltens und Hinweise, woran du die Arten erkennst.
Wodurch unterscheiden sich Holzarten?
Drei Eigenschaften reichen für eine erste Einordnung: die botanische Gruppe, die Dichte und die Härte.
- Gruppe: Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie wachsen schnell und sind meist harzhaltig. Laubhölzer wie Buche oder Eiche haben Poren und Markstrahlen und sind im Durchschnitt dichter.
- Rohdichte: Sie gibt an, wie viel Masse in einem Kubikmeter Holz steckt, bei Holz üblicherweise bei 12 % Holzfeuchte. Je höher die Dichte, desto schwerer ist das Brett und desto höher ist meist die Härte.
- Härte: Für Holz ist die Janka-Härte gebräuchlich. Dabei wird eine Stahlkugel mit 11,28 mm Durchmesser bis zur Hälfte ihres Durchmessers ins Holz gedrückt; gemessen wird die dafür nötige Kraft. Die Brinellhärte, die in deutschen Quellen oft vorkommt, nennt zum Beispiel Sanier.de für Fichte mit etwa 12, für Buche und Eiche mit etwa 34 N/mm².
Die gängige Einteilung in Weichholz und Hartholz richtet sich laut Sanier.de nach der Darrdichte: Bis 0,55 g/cm³ spricht man von Weichholz, darüber von Hartholz. Die Einteilung sagt allerdings nichts über die botanische Gruppe aus. Balsa ist zum Beispiel ein Laubholz und extrem weich.
Fünfzehn Holzarten im Überblick
Die folgenden Werte stammen alle aus derselben Datenbank (The Wood Database) und gelten bei 12 % Holzfeuchte. So sind sie untereinander vergleichbar. Einzelne Bretter weichen je nach Herkunft und Wuchs ab, bei der Kirsche nennt die Datenbank für die Dichte eine Streuung von etwa ±10 %. Bei Kirsche und Erle beziehen sich die Angaben auf nordamerikanische Arten (Black Cherry, Red Alder), die mit den heimischen Hölzern verwandt sind; bei der Pappel auf die Schwarzpappel, beim Ahorn auf den Bergahorn.
| Holzart | Gruppe | Rohdichte in kg/m³ | Janka-Härte in N | Härte (Einordnung) |
|---|---|---|---|---|
| Fichte | Nadelholz | 405 | 1.680 | weich |
| Kiefer | Nadelholz | 550 | 2.420 | weich |
| Lärche | Nadelholz | 575 | 3.290 | mittel |
| Douglasie | Nadelholz | 510 | 2.760 | weich |
| Buche | Laubholz | 710 | 6.460 | hart |
| Eiche | Laubholz | 675 | 4.980 | mittel |
| Esche | Laubholz | 680 | 6.580 | hart |
| Ahorn (Bergahorn) | Laubholz | 615 | 4.680 | mittel |
| Birke | Laubholz | 640 | 5.360 | hart |
| Kirsche (Black Cherry) | Laubholz | 560 | 4.230 | mittel |
| Nussbaum (europäisch) | Laubholz | 640 | 5.410 | hart |
| Erle (Red Alder) | Laubholz | 450 | 2.620 | weich |
| Pappel (Schwarzpappel) | Laubholz | 385 | 2.020 | weich |
| Teak | Laubholz (tropisch) | 655 | 4.740 | mittel |
| Meranti (Dark Red) | Laubholz (tropisch) | 675 | 3.570 | mittel |
Quelle: The Wood Database (Artikel zu den einzelnen Arten, siehe Quellen), Werte bei 12 % Holzfeuchte. Die Spalte „Härte (Einordnung)“ ist eine eigene grobe Einteilung: unter 3.000 N weich, 3.000 bis 5.000 N mittel, über 5.000 N hart.
Fräsverhalten und typischer Einsatz
Die zweite Tabelle fasst zusammen, was die Datenbank zur Bearbeitung und Verwendung sagt. Für die Oberfräse sind vor allem Harz, Faserverlauf und die Neigung zum Verbrennen relevant. Wie du die Drehzahl dazu wählst, erklärt der Ratgeber zur Drehzahl der Oberfräse.
| Holzart | Fräsverhalten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Fichte | Leicht zu bearbeiten, solange keine Äste im Weg sind | Bauholz, Leisten, Kisten, Resonanzböden |
| Kiefer | Leicht zu bearbeiten, harziger Geruch | Bauholz, Pfosten, Kisten, Fußböden |
| Lärche | Gute Ergebnisse; Harz kann Werkzeuge verkleben, weiches Frühholz und hartes Spätholz erzeugen beim Schleifen leicht Wellen | Furnier, Pfosten, Fußböden, Bootsbau, Bauholz |
| Douglasie | Lässt sich gut bearbeiten, stumpft Schneiden mäßig ab | Furnier, Sperrholz, Bauholz |
| Buche | Sauber zu bearbeiten, bewegt sich im Gebrauch stark | Möbel, Fußböden, Furnier, gedrechselte Teile |
| Eiche | Arbeitet gut mit Hand- und Maschinenwerkzeug; Gerbsäure kann bei Nässe mit Eisen schwarze Verfärbungen bilden | Möbel, Innenausbau, Fußböden, Fässer, Furnier |
| Esche | Gute Ergebnisse mit Hand- und Maschinenwerkzeug, unangenehmer Geruch beim Bearbeiten | Fußböden, Werkzeugstiele, Kisten, Drechselteile |
| Ahorn | Leicht zu bearbeiten, neigt aber beim Fräsen mit hohen Drehzahlen zum Verbrennen | Furnier, Kisten, Musikinstrumente, Drechselteile |
| Birke | Leicht zu bearbeiten, wilder Faserverlauf kann ausreißen | Sperrholz, Kisten, Drechselteile, Innenausbau |
| Kirsche | Gilt als sehr gut bearbeitbar, stabil und geradfaserig; beim Beizen entstehen leicht Flecken | Möbel, Innenausbau, Furnier, Drechselteile |
| Nussbaum | Leicht zu bearbeiten, solange der Faserverlauf regelmäßig ist | Möbel, Gewehrschäfte, Wandverkleidung, Furnier |
| Erle | Leicht zu bearbeiten und leicht zu schleifen, relativ weich | Furnier, Sperrholz, Möbel, Paletten, Instrumentenkörper |
| Pappel | Leicht zu bearbeiten; mit scharfen Schneiden arbeiten, sonst entstehen faserige Flächen | Kisten, Möbelkorpusse, Sperrholz |
| Teak | Leicht zu bearbeiten, der Silikatgehalt stumpft Schneiden spürbar ab | Schiffbau, Möbel, Außenbau, Furnier |
| Meranti | Leicht zu bearbeiten, verhakter Faserverlauf macht beim Hobeln Probleme, Silikat kann Schneiden etwas abstumpfen | Sperrholz, Möbel im Innenbereich, Schalungen, Bootsbau |
Quelle: The Wood Database, Abschnitte „Working Characteristics“ und „Common Uses“ der jeweiligen Art, sinngemäß ins Deutsche übertragen.
Nadelhölzer in der Werkstatt
Fichte und Kiefer
Fichte ist das leichteste der hier gelisteten Nadelhölzer und lässt sich entsprechend mühelos bearbeiten. Die Datenbank hebt hervor, dass Äste die Arbeit erschweren. Beim Fräsen von Nuten oder Kanten solltest du Äste deshalb umgehen oder mit geringer Zustellung arbeiten. Kiefer ist etwas dichter und harziger. Beide Arten nehmen Leim und Oberflächenbehandlung gut an, Fichte beizt wegen der geschlossenen Poren allerdings leicht fleckig.
Lärche und Douglasie
Lärche und Douglasie sind härter als Fichte. Lärche enthält viel Harz, das Sägeblätter und Fräser verkleben kann. Es lohnt sich, die Schneiden nach dem Fräsen zu reinigen. Bei Douglasie nennt die Datenbank eine mäßig stumpfmachende Wirkung auf Schneiden – ein Argument für scharfe Hartmetallfräser, wie sie im Fräser-Set für die Oberfräse üblich sind.
Laubhölzer in der Werkstatt
Buche, Esche, Birke
Buche, Esche und Birke liegen bei der Härte deutlich über den Nadelhölzern. Alle drei lassen sich laut Datenbank gut bearbeiten. Bei Buche beschreibt die Quelle starke Bewegung im Gebrauch, das heißt: Bretter sollten vor dem Verleimen akklimatisiert und Konstruktionen so gewählt werden, dass das Holz arbeiten kann. Birke ist vor allem als Sperrholz-Rohstoff verbreitet.
Eiche, Ahorn, Kirsche, Nussbaum
Das sind klassische Möbelhölzer. Bei Eiche ist auf Eisenkontakt bei Feuchtigkeit zu achten: Stahlspäne oder feuchte Schraubenköpfe können dunkle Flecken hinterlassen. Ahorn ist als Fräsholz besonders ein Sonderfall: Laut Datenbank neigt er beim Bearbeiten mit schnell laufenden Werkzeugen wie der Oberfräse zum Verbrennen. Gegenmaßnahmen findest du im Artikel Holz brennt beim Fräsen. Kirsche gilt als eines der am besten bearbeitbaren Hölzer, Nussbaum ist bei regelmäßigem Faserverlauf ebenfalls unkompliziert.
Erle, Pappel, Teak, Meranti
Erle und Pappel sind weich und leicht. Gerade bei der Pappel entstehen mit stumpfem Werkzeug faserige Oberflächen. Teak und Meranti sind Tropenhölzer. Beide enthalten Silikat, das Schneiden abstumpft. Bei Teak kommt eine leicht fettige Oberfläche hinzu, die vor dem Verleimen oder Beschichten mitunter mit einem Lösemittel abgewischt werden muss. Prüfe bei Tropenholz außerdem die Herkunft und achte auf anerkannte Zertifizierungen.
Holzarten erkennen: worauf du achten kannst
Ganz sicher lässt sich eine Holzart oft nur mit Lupe am sauber angeschnittenen Hirnholz bestimmen. Für die Werkstatt reichen meist folgende Hinweise:
- Gewicht in der Hand: Ein trockenes Fichtenbrett fühlt sich deutlich leichter an als Buche oder Esche. Die Tabelle oben liefert die Größenordnung.
- Harz und Geruch: Nadelhölzer riechen harzig. Bei Kiefer und Lärche findest du häufig Harzaustritte. Esche riecht beim Bearbeiten laut Datenbank unangenehm.
- Jahrringbild: Bei Nadelhölzern wechseln hellere Früh- und dunklere Spätholzzonen deutlich, bei Lärche ist der Kontrast stark. Birke und Ahorn zeigen dagegen eine feine, gleichmäßige Zeichnung.
- Poren am Hirnholz: Eiche und Esche haben große, sichtbare Gefäße im Frühholz. Buche, Ahorn und Birke wirken dichter und feinporig.
- Farbe: Nussbaum ist dunkel, Kirsche rötlich-braun, Teak goldbraun, Meranti rötlich. Farben ändern sich allerdings durch Licht und Alter, du solltest sie nicht als alleiniges Merkmal verwenden.
- Splint und Kern: Viele Hölzer zeigen hellen Splint neben dunklerem Kern. Dieser Unterschied kann das Bild stark verändern – gerade bei Kirsche und Nussbaum.
Welches Holz für welches Projekt?
| Projekt | Passende Hölzer | Begründung |
|---|---|---|
| Regal, einfache Möbel, Werkstattbauten | Fichte, Kiefer, Douglasie | Leicht zu bearbeiten und im Bauholz-Bereich breit verfügbar |
| Massivholztisch, Arbeitsplatte | Buche, Eiche, Esche | Dichte und hohe Härte, gutes Verhalten bei Belastung |
| Hochwertige Möbel, Schubladen | Kirsche, Nussbaum, Ahorn, Eiche | Gut bearbeitbar, ansprechende Oberfläche |
| Bauteile im Außenbereich | Lärche, Douglasie, Teak | Harzreiche Nadelhölzer oder Tropenholz; Verfügbarkeit und Herkunft prüfen |
| Schablonen, Korpusse, leichte Kisten | Pappel, Birke (als Sperrholz) | Leicht und gut zu fräsen |
| Drechselteile, Griffe | Esche, Birke, Ahorn, Kirsche | Gleichmäßiger Aufbau, gut zu drechseln |
Quelle: eigene Zuordnung auf Grundlage der typischen Einsatzbereiche laut The Wood Database.
Holzarten und Fräsen: kurze Praxishinweise
Die Holzart bestimmt, wie du fräst. Harte, dichte Arten wie Buche oder Esche verlangen scharfe Fräser und mehrere Durchgänge mit moderater Zustellung. Weiche Arten wie Fichte oder Pappel neigen zu Ausrissen und faserigen Kanten. Hier helfen scharfe Schneiden und ein zügiger, gleichmäßiger Vorschub. Bei Harzhölzern solltest du die Fräser regelmäßig reinigen, bei Ahorn und Kirsche auf Brandspuren achten.
Häufige Fragen
Welche Holzart ist die härteste in dieser Auswahl?
In der Tabelle liegt Esche mit 6.580 N knapp vor Buche mit 6.460 N. Beide sind laut Datenbank deutlich härter als die hier gelisteten Nadelhölzer.
Ist Eiche härter als Buche?
Nach den Janka-Werten der Datenbank nein: Buche erreicht 6.460 N, Eiche 4.980 N. Sanier.de nennt für beide eine ähnliche Brinellhärte von etwa 34 N/mm². Je nach Messverfahren und Probe ergibt sich also ein leicht unterschiedliches Bild; für die Praxis sind beide hart.
Welches Holz brennt beim Fräsen am leichtesten an?
Die Datenbank nennt Ahorn ausdrücklich. Auch bei anderen dichten, hellen Hölzern ist Verbrennen möglich, vor allem bei stumpfen Fräsern, zu langsamem Vorschub oder zu hoher Drehzahl.
Sind Weichholz und Nadelholz dasselbe?
Nein. Nadelholz ist eine botanische Gruppe, Weichholz eine Einordnung nach Dichte. Die meisten Nadelhölzer sind weich, Erle und Pappel sind aber weiche Laubhölzer, und Lärche liegt bei der Härte bereits im mittleren Bereich.
Woran erkenne ich ein Harzholz?
An Harzgallen, am harzigen Geruch und an klebrigen Stellen auf Säge- und Fräsflächen. Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie gehören dazu.
Mehr aus dem Magazin
Quellen
- Norway Spruce – The Wood Database
- Scots Pine – The Wood Database
- European Larch – The Wood Database
- Douglas-Fir – The Wood Database
- European Beech – The Wood Database
- English Oak – The Wood Database
- European Ash – The Wood Database
- Sycamore Maple – The Wood Database
- Silver Birch – The Wood Database
- Black Cherry – The Wood Database
- European Walnut – The Wood Database
- Red Alder – The Wood Database
- Black Poplar – The Wood Database
- Teak – The Wood Database
- Dark Red Meranti – The Wood Database
- Die Holzhärte – was ist das und welche Rolle spielt sie? – sanier.de
- Janka hardness test – Wikipedia
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